Die Liether Kalkgrube in Klein-Nordende im Süden Schleswig-Holstein ist ein ehemaliger Tagebau für Kalk, Ton und Sand. Das Gebiet ist sowohl aus geologischer als auch aus botanischer Sicht sehr interessant. Durch einen aufsteigenden Salzstock sind in dem Gebiet geologische Schichten aus vergangenen Erdzeitaltern an die Oberfläche gelangt, die sonst in Norddeutschland durch eiszeitliche Sedimente und Geschiebe überdeckt sind. Insbesondere handelt es sich dabei um Schichten aus dem Perm (mit den Unterformationen Zechstein und Rotliegendes), die bis zu 270 Millionen Jahre alt sind. Daneben sind hier auch Braunkohleflöze und ein Gipshut zu besichtigen.
Nach der Beendigung des Tagebaus drohte zunächst die Nutzung als Klärschlammdeponie oder als Angelgewässer. Vor allem wegen der geologischen Bedeutung gelang es dann aber 1991 doch, das Gebiet als Naturschutzgebiet dauerhaft zu sichern.
Dieses Foto zeigt den Rand der Kalkgrube mit tonigen Schichten aus dem Rotliegenden.

Hier sieht man eine einzelne Eiche am Rand der Grube. Durch Erosion sind die Wurzeln der Eiche z. T. freigelegt.

Dieses Foto zeigt den Gipshut am Grund der Grube. Das Gewässer im Hintergrund ist Habitat für mehrere Amphibienarten sowieso für etliche Libellenarten.

Braunkohleflöz am Rand der Liether Kalkgrube.

Die Flora der Liether Kalkgrube ist genauso interessant wie die Geologie. Bemerkenswert ist vor allem die Flora der wechselfeuchten, kalkreichen Magerrasen am Grund der Grube. Solche Lebensräume sind im Hamburger Raum sehr selten, da hier kalkreiche Schichten nur selten an der Erdoberfläche vorkommen. Charakteristische Arten dieser Flora sind das Sumpfherzblatt, die Sumpfstendelwurz und das Tausendgüldenkraut. Alle diese Pflanzen wachsen auch direkt am Wegesrand.
Hier sieht man eine Blüte des Sumpfherzblatts (Parnassia palustris).

Ein Blütenstand des Tausendgüldenkrauts (Centaurium erythraea). Das Tausendgüldenkraut gehört zu den Enziangewächsen.

Die Sumpfstendelwurz (Epipactis palustris) gehört zu den Orchideen und wächst in der Liether Kalkgrube in großen Mengen.
