Hornissen (Vespa crabro) gehören zu den sozialen, staatenbildenden Faltenwespen, zu denen auch die allgemein bekannten Wespen gehören, die mitunter am Kaffeetisch lästig werden. Die Hornisse ist die größte deutsche Faltenwespenart. Wegen ihrer Größe wird sie oft besonders gefürchtet, sie ist aber nicht sehr agressiv und ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als der Stich anderer Wespenarten.
Dieses Foto zeigt eine Hornisse am Eingang ihres Nestes in einer Höhle in einem Vogelbeerenbaum in der Fischbeker Heide.

Dieses Foto zeigt eine Hornisse, wie sie die Rinde eines Fliederbusches mit ihren Mandibeln abreißt, um Baumaterial für ihr Nest zu gewinnen.

Die Pillenwespen der Gattung Eumenes gehören ebenfalls zu den Faltenwespen. Sie leben jedoch solitair und bauen kleine urnenförmige Nester, in die jeweils ein Ei abgelegt wird. Diese Nester werden dann mit Schmetterlingsraupen gefüllt, von denen sich die Larve ernährt. Das hier abgebildete Exemplar trägt zwischen seinen Mandibeln einen Lehmklumpen als Baumaterial für seine Nester, die es in einem Holzspalt angelegt hat. Das Foto wurde in der Liether Kalkgrube im Süden von Schleswig-Holstein aufgenommen.

Dieses Bild zeigt die Nester der oben abgebildeten Wespe. Das unterste Nest wurde gerade fertig gestellt. Hier wurden noch keine Raupen eingetragen. Das darüberliegende Nest ist etwas älter. Hier ist die Wespe mit der Eiablage und der Proviantierung bereits fertig und hat das Nest zum Schutz vor Parasiten verschlossen.

Folgendes Insekt gehört zu den Wegwespen und zwar zur Gattung Priocnemis. Wegwespen jagen für ihren Nachwuchs jeweils eine Spinne, die sie mit ihrem Stachel lähmt. Dann legen sie ein Nest an (z. B. im Erdboden), in dem sie die Spinne deponieren und mit einem Ei versehen. Die Wespenlarve schlüpft dann und frißt die Spinne auf. Wenn die Spinne aufgefressen ist, verpuppt sich die Larve. Diese Foto entstand auf einem sonnigen Waldweg im Rader Forst in Schleswig-Holstein. Die Wespe zog ihre Beute wie bei Wegwespen üblich hinter sich her. Wenn sie sich gestört fühlte, ist sie kurz weggeflogen und hat dann mit kreisförmigen Suchbewegungen nach der Spinne gesucht, bis sie sie wiedergefunden hat.

Die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybiensis) gehört zu den Grabwespen. Grabwespen legen wie Wegwespen Nester meistens im Erdboden an, in denen sie Beutetiere eintragen, von denen die Wespenlarve sich ernährt. Im Gegensatz zu den Wegwespen tragen die meisten Grabwespen Insekten statt Spinnen ein. Die Bienenjagende Knotenwespe trägt als Beute kleine Wildbienen ein. Das Foto wurde im Jenischpark in Hamburg aufgenommen. Die Wespe sitz auf Bärenklau.

Die Sandknotenwespe (Cerceris arenaria) gehört zur selben Gattung wie die vorige Art. Im Gegensatz zu dieser trägt sie Rüsselkäferlarven als Larvennahrung ein. Dieses Bild zeigt ein Exemplar dieser Art, wie es aus einer seiner Niströhren herausschaut.

Der Bienenwolf (Philanthus triangulum) gehört ebenfalls zu den Grabwespen. Er trägt als Beute für den Nachwuchs Honigbienen ein. Nach dem Fang und der Lähmung einer Honigbiene preßt der Bienenwolf das Abdomen der Biene zusammen und trinkt den aus dem Rüssel austretenden Nektar. Der Bienenwolf kann bei günstigen Bedingungen ziemlich häufig werden und kann dann als Honigbienenschädling wirtschaftliche Bedeutung erlangen.

Die Sand-Goldwespe (Hedychrum nobile) gehört zu den Goldwespen (Chysididae), die selbst keine Nester für ihren Nachwuchs anlegen und auch keine Beutetiere fangen, sondern die Nester von anderen solitairen Hautflüglern parasitieren. Die Goldwespen schmuggeln ein Ei ist ein Nest der jeweiligen Wirtsart. Die Goldwespenlarve ernährt sich dann von den Nahrungsvorräten oder von der Wirtslarve. Die Sand-Goldwespe parasitiert vor allem die Nester der Sandknotenwespe.

Das folgende Insekt gehört zu den Schlupfwespen (Echthrus reluctator). Diese legen ihre Eier in oder an anderen Insekten ab. Die Larven der Schlupfwespe parasitieren dann an dem Wirtsinsekt, an dem Ihre Mutter das Ei abgelegt hat. Diese Schlupfwespe hat einen langen Legebohrer, mit dem sie ihre Eier an in Holz lebende Larven von Blattwespen oder Bockkäfern legen kann. Das Foto entstand in Göttin in Schleswig-Holstein an einem entrindeten über einem Graben liegendem Kiefernstammteil. Die Wespe ist mit der Eiablage fertig und führt den Legebohrer gerade wieder in die schwarze Scheide ein, die den Bohrer normalerweise umgibt.

Die Holzwespenschlupfwespe (Rhyssa persuasoria) macht wie die vorige Art Jagd auf in Kiefern lebende Insektenlarven und zwar besonders Holzwespenlarven. Die Holzwespenschlupfwespe ist wegen ihrer Größe (bis zu 3,5 cm) eine sehr beeindruckende Erscheinung.

Die Erlenblattwespe (Macrophya duodecimpunctata) gehört zu den Pflanzenwespen. Deren Larven entwickeln sich im Gegensatz zu den anderen Hautflüglern in Pflanzen und ihnen fehlt die typische Wespentaille. Die Larve der Erlenblattwespe lebt auf Erlen. Dieses Foto wurde im Schnaakenmoor in Hamburg aufgenommen.
