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Flechten, Pilze und Moose


Dieses Bild zeigt Flavoparmelia caperata, die Caperatflechte. Diese Flechte ist die Flechte des Jahres 2006. Durch Luftverschmutzung ist die Caperatflechte in Nordwestdeutschland ziemlich selten geworden. In letzter Zeit breitet sie sich jedoch wieder aus und ist im Hamburger Raum mäßig häufig, kommt aber meist nur in wenigen Exemplaren vor. Dieses Foto entstand in Altenwerder im Hamburger Hafen auf einer ehemaligen Obstbaumplantage.

Flavoparmelia caperata, Caperatflechte


Apothecien der Flechte Xanthoria parietina auf Birke. Die Art ist eine der häufigsten Laubflechte auf Bäumen, da sie relativ unempfindlich gegenüber Verunreinigungen ist.

Xanthoria parietina


Dieses Foto zeigt einen mit Flechten bewachsenen Baumstamm. Bei den Flechten handelt es sich vor allem um Ramalina farinacea und Ramalina fastigiata. Ramalina fastigiata ist in den meisten Teilen Deutschlands sehr selten. Im Nordwesten Schleswig-Holsteins, insbesondere im Landkreis Nordfriesland, wo dieses Foto aufgenommen wurde, gehört sie jedoch zu den häufigsten Flechten und ist mit großer Regelmäßigkeit an älteren Straßenbäumen anzutreffen. Dies liegt zum einen daran, daß Nordfriesland weit entfernt von allen Ballungsräumen liegt und die Luft daher hier noch recht sauber ist und hat zum anderen auch klimatische Gründe, da hier ein eher atlantisches Klima mit viel Regen und Nebel herrscht, was den Flechten entgegen kommt.

Baumstamm mit Ramalina farinacea und R. fastigiata


Hier eine Detailaufnahme eines anderen Stammes mit Ramalina farinacea und Ramalina fastigiata. Ramalina fastigiata ist die Flechte mit den großen endständigen Fruchtkörpern, die Apothecien genannt werden, während Ramalina farinacea bandartig wächst. Dieses Foto wurde in Bordelum in Nord-Friesland aufgenommen.

Baumstamm mit Ramalina farinacea und R. fastigiata

Ramalina fastigiata an einem Baumstamm in Bordelum.

Ramalina fastigiata


Dieses Bild zeigt Ramalina farinacea an einem Lärchenzweig in der Südheide bei Unterlüß.

Ramalina farinacea


Die Flechten Lecanora muralis und Caloplaca spec. auf einer Brücke in Hamburg. Beide Flechtenarten tragen Apothecien. Lecanora muralis ist die wohl häufigste steinbewohnende Flechte im Hamburger Raum.

Lecanora muralis, Caloplaca


Das folgende Foto zeigt Caloplaca saxicola an einer Mauer im Fischereihafen von Husum. Daneben sind auf dem Foto noch weitere Flechtenarten zu entdecken, u. a. rechts unten einige Apothecien von Lecanora dispersa agg. und links unten die roten Apothecien von Caloplaca holocarpa.

Auf diesem Ausschnitt sieht man links noch mal Caloplaca saxicola und rechts Lecanora dispersa agg.


Dieses Foto zeigt einen mit Flechten bewachsenen Stein aus der Friedhofsmauer der Kirche bei Bordelum in Nordfriesland. Es handelt sich vor allem um Xanthoria parietina, die meist auf Holz, manchmal aber auch auf Stein wächst.


Die Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum) hat ihren Namen davon, daß sie entfernt an eine Landkarte erinnert. Die Flechte wächst auf Silikatgestein und ist sehr empfindlich gegenüber Luftverunreinigungen und daher im Flachland nur selten anzutreffen. Dieses Foto entstand in der Lüneburger Heide.

Rhizocarpon geographicum


Dieses Foto zeigt wahrscheinlich Candelariella coralliza. Dieses Foto enstand ebenfalls in der Lüneburger Heide.

Candelariella coralliza


Die Schriftflechte (Graphis scripta). Die Flechte wächst im Inneren von Wäldern an glatten Stämmen wie etwa an Buche. Der Name kommt daher, daß die schwarzen bis dunkelgrauen Fruchtkörper der Flechte an Schriftzeichen erinnern.

Graphis scripta


Dieses Foto entstand ebenfalls in Altenwerder und zeigt einen größeren Totholzast, der mit Flechten der Gattung Cladonia bewachsen ist. Die Gattung Cladonia ist die artenreichste Flechtengattung in Deutschland und ist auch sehr vielgestaltig. Neben säulen-, becher- und trompetenförmigen Arten, die oft auf Holz siedeln, zählen hierzu auch die strauchförmigen Rentierflechten, die am Erdboden wachsen.

Cladonia

Hier eine Detailaufnahme der Cladonien vom selben Ast.


Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) gehört zu den bekanntesten Pilzen überhaupt. Der Fliegenpilz ist giftig, wobei Todesfälle relativ selten sind. Bei geringer Dosis verursacht der Pilz unter anderem Bewußtseinsstörungen und Halluzinationen, weshalb er in manchen Kulturen bei religiösen Zeremonien oder ähnlichem verzehrt wird. Der Fliegenpilz gilt generell als Glückssysmbol. Fliegenpilze wachsen meist unter Nadelbäumen oder Birken. Dieses Exemplar wurde auf einer Rasenfläche mit Birken auf dem Friedhof von Siek aufgenommen.

Amanita muscaria, Fliegenpilz

Die weißen Flocken auf dem Hut sind Rest des sog. Velums, daß den Pilz im Anfangsstadium umhüllt. Manchmal fehlen diese Velumreste, wie beim nachfolgenden Exemplar. Dieses Foto wurde auf einer Viehweide in der Lüneburger Heide aufgenommen.

Amanita muscaria, Fliegenpilz


Ziegelrote Schwefelköpfe (Hypholoma sublateritium) an einem Fichtenstumpf. Der Ziegelrote Schwefelkopf bevorzugt eigentlich Laubholz als Substrat, kommt aber gelegentlich auch an Nadelholz vor. Er ist nicht eßbar.



Diese beiden Bilder zeigt Filzröhrlinge aus der Verwandschaft der Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus agg.). Sie gehören zu den eßbaren Pilzen. Die Fotos entstanden Anfang September in den Harburger Bergen.

Ziegenlippe, Xerocomus subtomentosus agg.

Ziegenlippe, Xerocomus subtomentosus agg.


Wahrscheinlich ein Birkenpilz (Leccinum scabrum). Birkenpilze sind eßbar.

Birkenpilz


Dieses Bild zeigt den ungenießbaren Gallen-Röhrling (Tylopilus felleus). Dieser Pilz kann leicht mit Steinpilzen verwechselt werden.


Der Orangebecherling oder Orangerote Becherling (Aleuria aurantia) gehört anders als die allgemein bekannten Hutpilze zur Gruppe der Schlauchpilze und ist einer ihrer auffälligsten Vertreter.