Auf dieser Seite geht es vor allem um Hochmoore. Hochmoore werden von Torfmoosen gebildet, die im Laufe der Zeit in die Höhe wachsen, da die absterbenden Moosteile durch die besonderen Bedingungen in den unteren Torfmoosschichten (naß, ohne Sauerstoff und sehr sauer) nicht von Bakterien abgebaut werden können. Sie werden daher nicht wie sonst üblich zersetzt, sondern sammeln sich als Torf an. Das Moor wächst dadurch in die Höhe und überragt schließlich die Umgebung. Noch vor wenigen hundert Jahren waren weite Teile Norddeutschlands von Hochmooren bedeckt. Bis auf wenige Reste wurden sie jedoch entwässert und zur Torfgewinnung genutzt. Wirklich intakte Hochmoore sind in Norddeutschland nicht erhalten. In vielen Gebieten haben sich jedoch Reste von Hochmoorvegetation erhalten. In den letzten Jahrzehnten hat man in vielen Gebieten Maßnahmen ergriffen, um die restlichen Moore zu retten, z. B. in dem sie wieder vernäßt wurden.
Ein Wollgrasbestand im Schnaakenmoor im Westen von Hamburg. Wollgräser sind wohl die auffälligsten Pflanzen in Hochmooren, wenn man mal von Bäumen absieht. Die weißen Blütenstände sind weithin sichtbar.

Hochmoore sind unter natürlichen Bedingungen sehr nährstoffarme und vor allem stickstoffarme Lebensräume, da alle Nährstoffe aus der Luft kommen müssen. Der Sonnentau wird mit dieser Nährstoffarmut fertig, indem er Insekten fängt, die ihm Stickstoff und andere Nährstoffe liefern. Auf diesem Bild sieht man ein Blatt des Rundblättrigen Sonnentaus (Drosera rotundifolia), der gerade eine junge Heuschrecke gefangen hat und diese jetzt verdaut. Solche große Beute machen Sonnentaue allerdings nur selten. Viel öfter sieht man winzige Fliegen oder Mücken in den Fängen eines Sonnentaus. Diese Foto entstand in einem kleinen Moorrest in der Nähe von Bokel in Schleswig-Holstein.

Einen anderen Weg der Anpassung an die Nährstoffarmut hat die Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) gewählt, nämlich Zergwuchs. Sie gehört zu den Zwergsträuchern, die in Hochmooren wie auch in anderen nährstoffarmen Gebieten (Heiden) eine wichtige Rolle spielen. Die Moosbeere hat als Zergstrauch niederliegende holzige Stämmchen, an denen die immergrünen Blätter wachsen.

Dieses Foto zeigt einen Ausschnitt des Blütenstandes der Ährenlilie (Narthecium ossifragum), die auch als Beinbrech bekannt ist. Zu diesem Namen ist die Pflanze gekommen, da sich auf den Moorwiesen, auf denen sie wächst, das Vieh oft die Beine gebrochen hat, da durch die horstige Wuchsform vieler Pflanzen dieser Wiesen das Gelände sehr uneben wird. Die Ährenlilie ist in Deutschland auf die Moore Nordwestdeutschlands beschränkt.

Der Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe) ist eine ziemlich seltene Moorpflanze. Er ist dennoch die häufigste Enzianart in Norddeutschland.

Die Glockenheide (Erica tetralix) gehört wie die Moosbeere zu den Zergsträuchern. Sie ist in Norddeutschland recht häufig und kommt außer in Mooren auch in feuchten Heideflächen vor. Die Blätter sind drüsig behaart.

Dieses Bild zeigt den Rand eines Torfstichs mit Weißem Schnabelried (Rhynchospora alba) und Glockenheide. Direkt am Wasser wächst noch Mittlerer Sonnentau (auf dem Bild kaum zu erkennen). Das Weiße Schnabelried gehört wie das Wollgras zu den Sauergräsern (Cyperaceae). Es ist in Moorgebieten nicht selten, wird allerdings oft übersehen, da es außerhalb der Blütezeit sehr unauffällig ist.

Dieses Bild zeigt einen Moorbirkenwald im Süden Schleswig-Holsteins. Obwohl das Gebiet für ein Moor relativ trocken ist, kommen hier relativ viele Hochmoorarten vor. Vor allem auf den im Bild erkennbaren Bulten wachsen Torfmoose (Sphagnum spec.) mit Moosbeere und Rosmarinheide (Andromeda polyfolia). Daneben kommt auch Wollgras vor. Auffällig ist das Fehlen von Pfeifengras in diesem Gebiet, einer Pflanze, die sich sonst in den meisten Moorgebieten ausbreitet. Das deutet auf eine besondere Nährstoffarmut des Gebietes hin.

Ein Männchen der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) sonnt sich auf einem Ast in einem Moortümpel. Dieses Foto entstand im Schnaakenmoor. Die Nordische Moosjungfer ist eine typische Moorlibelle, die fast nur in Mooren anzutreffen ist.

Die Frühe Adonislibelle (Pyrrohosoma nymphula) gehört zu den häufigsten Libellen in Moorgebieten. Sie kommt jedoch auch an anderen stehenden Gewässern recht häufig vor.
